Fossilien

Verein für Mineralogie und Geowissenschaften Pforzheim e.V.

Geologie des Pforzheimer Raumes   (Text: Günter Morlock)

Durch die Lage unseres Landschaftsraumes am Nordrand des Nordschwarzwaldes und am Zusammenfluß von Enz, Nagold und Würm gliedert sich der Großraum Pforzheim geologisch in 2 Bereiche, und zwar in den Buntsandstein südlich der Enz und im Norden den Muschelkalk. Diese Landschaftsgrenze stellt auch im wesentlichen die Waldgrenze dar, da die mineralarmen Böden des oberen Buntsandsteins zur Vernässung und Versauerung neigen und landwirtschaftlich nur geringe Erträge zulassen. Ganz anders dagegen sind die kräftigen Böden des Löß und Muschelkalk nördlich der Enz. Es handelt sich dabei um Spitzenböden auf denen optimale Erträge erzielbar sind. Der Buntsandstein ist dabei als Festlandsbildung vor rund 250 Mio. Jahren entstanden. Die Sedimentablagerungen sind bei einem wüstenähnlichen Klima erfolgt. Insoweit können im Buntsandstein nur in Ausnahmefällen Fossilien bzw. Lebensspuren gefunden werden ( z.B. Abdruck von Chirotherium ). Der Festlandzeit des Buntsandsteins folgte eine Meeresüberflutung mit im wesentlichen kalkigen Schichtenfolgen. Der Muschelkalk (entstanden vor rund 240 Mio. Jahren) zeigt uns daher die Tierwelt der Meere. Die Fauna des Muschelkalks ist verhältnismäßig arm an Gattungen, jedoch kommen einzelne Individien massenweise vor. Er trägt daher den Stempel einer verarmten Binnenmeer-fauna. Der Muschelkalk wird dabei in den unteren, mittleren und oberen bzw. Hauptmuschealkalk unterteilt. Das Meer, das von Osten kommend, das germanische Gebiet überflutete (schlesisch-mährische Pforte), gewann im Laufe des Wellenkalks immer mehr an Tiefe. Mit Anfgang der mittleren Muschelkalk-Epoche trat eine rasche Verflachung ein und es kam zur Abscheidung von Salz und Gips. Durch das Entstehen der Burgundischen Pforte zum Beginn des oberen Muschelkalks konnte das Wasser wieder zirkulieren und es wanderten wieder neue Meeresbewohner ein. Im unteren Bereich des Hauptmuschelkalkes tritt insbeson-dere die Seelilie encrinus liliiformis in bis zu 10 Bänken gesteinsbildend auf. Im weiteren Bereich kommen dann insbesondere Terebrateln und Ceratiten vor. Die folgenden Abbildungen zeigen einige Fossilien aus dem Hauptmuschelkalk von Pforzheim (Funde: Sammlung Günter Morlock, Fotos: Reinhold Roth):

  Germanonautilus, 10 cm

  Ceratites, 12 cm