Home · Verein + Bilder · Rettigheim 4.2016

Exkursion in die Tongrube Rettigheim/Kraichgau im April 2016

 

Geologische Einordnung:

 

Gesteine des Unteren Jura sind im Kraichgau lokal begrenzt in der sog. "Langenbrückener Senke" anzutreffen. Hierbei handelt es sich um feinkörnige schwarz-blaue Tone und braun gefärbte, sandige Gesteinsbänke. Am Rand der Senke treten mehrere Schwefelquellen zutage, denen Bad Mingolsheim und Bad Schönborn ihre Bedeutung als Kurorte verdanken. Weitere Jurassische Ablagerungen können stellenweise noch zwischen Malsch, Mühlhausen, Östringen, Zeutern, Ubstadt und Langenbrücken (Posidonienschiefergrube) angetroffen werden.

 

Die noch im Betrieb befindliche Tongrube am südlichen Ortsrand von Rettigheim liegt in der Formation des Unteren Jura (Schwarzjura, Lias β). Stellenweise sind auch Pyrit und Schwefelkies auffindbar. Fossilien (Muscheln, Seelilien) dagegen sind eher selten. Über den dunklen Schwarzjuraschichten befinden sich 3 bis 4 m hohe hellgelbe Lössauflagen. Darüber ist der Oberboden des Brettwalds (Buchen und Eichenwald) mit seinen humusreichen Schichten aufgeschlossen.

(Quelle: Themenpark Umwelt Baden-Württemberg, Internet: www.themenpark-umwelt.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/17967/)

 

 

 

17 Mitglieder und Gäste des Vereins (eine so große Gruppe wie seit Langem nicht mehr!) wurden bei bestem Wetter am Samstagmorgen von Herrn Reichenbach, dem Mitarbeiter der Firma Wienerberger in Malsch, am Tor der Grube empfangen und mit vielen Detailinformationen zur Grube, dem dort gewonnenen Material und dessen Verwendung bei der Herstellung von Mauerziegeln versorgt. Danach ging es ins Gelände und schon nach kurzer Zeit waren 17 bunte Punkte (die Teilnehmer in Warnwesten!) weit im Gelände verstreut beim Klopfen und ‚Schürfen‘.

 

Gefunden wurden vielfältige und verschiedenartige Pyrite, teilweise sehr schön flächig und tafelig gebildet oder in Kristallform ausgeprägt, teilweise als derbe Konkretionen und teilweise als Auflagerung auf Tonschiefer, kleinen Kugeln (runde Gerölle) von einigen Zentimetern Durchmesser und auch pyritisierte Muscheln; darunter auch ein kleines Teilstück der Schale einer Jakobsmuschel (?). In mehreren Calcit-Adern im Tongestein wurden ebenfalls Calcite in derber oder teilweise auch schöner Kristallform gefunden. Überraschend war auch, dass im Gegensatz zur obigen Beschreibung doch recht viele Fossilien wie Muscheln und Muschelabdrücke zu finden waren, im Durchmesser von 1 bis max. 10 cm. Insgesamt eine sehr gut gelungene Exkursion, die bei Allen Lust auf eine Wiederholung im kommenden Jahr geweckt hat!

 

Thomas

 

 

 

 

 

Blick in die Grube
die Teilnehmer
Suche an den Seitenwänden der Grube
Fundstücke
Pyrit, Bildbreite 6 mm

Bilder von Ben, Monika, Reinhold, Thomas