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Der Steinbruch bei Waldhambach in der Pfalz

Am 21. Mai 2011 unternahmen Mitglieder des Vereins für Mineralogie und Geowissenschaften Pforzheim gemeinsam mit einigen Kollegen der Bezirksgruppe Karlsruhe eine Exkursion in den weithin bekannten Steinbruch Kuhn bei Waldhambach in der Südpfalz. Das Interesse galt sowohl der besonderen geologischen Situation des Aufschlusses als auch den dort zu findenden Mineralien.

 

Die 21köpfige Gruppe wurde vom Seniorschef der Firma Kuhn, Herrn Willy Kuhn, empfangen. Herr Kuhn, der auch amtierender Präsident der Industrie- und Handelskammer der Pfalz ist (nach seinen Worten der einzige deutsche IHK-Präsident, der Bagger fahren kann!), erläuterte ausführlich die Geologie des Steinbruchs mit den verschiedenen Gesteinsschichten, die hier hervorragend aufgeschlossen sind:

 

In der Basis kristallines Grundgebirge des Karbon in Form von Granodiorit (ein eng mit dem Granit verwandtes magmatisches Gestein, das weltweit verbreitet ist und unter den Plutoniten der Erdkruste einen Anteil von 34 Prozent hat / Quelle: wikipedia), in den in Form einzelner fast senkrechter Gänge Lamprophyr und andere Plutonite intrudiert sind. Darüber lagern verschiedene Schichten des Perm: hier Aluminiumsilikat (Definitionen aus dem Internet: Aluminiumsilikat ist ein Abkömmling der Kieselsäure; Silikate sind die häufigsten Mineralien der Erdkruste. AS ist ein feines, eisenfreies, grauweißes, feinkörniges, fast krümeliges Gestein, das als Hauptbestandteil Kaolinit, ein Verwitterungsprodukt des im Granit enthaltenen Feldspats, enthält). Weiter überlagert den Granodiorit eine Schicht von Arkose(sandstein), ebenfalls ein Verwitterungsprodukt des Granits, der auch wirtschaftlich genutzt wird, sowie vulkanische Ergussgesteine wie Andesit und Melaphyr. Darüber finden sich im Übergangsbereich zwischen Perm und Trias Konglomerate des Rotliegend sowie als Deckschicht der Pfalz-typische Buntsandstein (hier unterer Buntsandstein).

 

Alle genannten Gesteinsarten konnten bei der Besichtigung des Steinbruchs vor Ort in Augenschein genommen werden, ebenso die fast ausschließlich in der (inzwischen vollständig abgebauten) Melaphyrschicht vorkommenden Achate und andere Minerale wie Karneol und verschiedene Quarzkristalle. Zwar war es aus Sicherheitsgründen nicht gestattet, mit Hammer und Meißel selbständig nach solchen Mineralien zu suchen, jedoch durften die Mitglieder aus den reichlich vorhandenen Halden aufheben und mitnehmen, was ihnen gefiel – und das war nicht wenig! So gelangen einige hervorragende Funde von Achaten und insbesondere auch Amethyst-Kristallen.

 

Nach fast dreistündiger Erforschung des Steinbruchs fuhr die Gruppe zum verdienten Mittagessen ins Naturfreundehaus „Bethof“, wo das reichliche Essen hervorragend mundete. Den Abschluss des gelungenen Tages bildete dann noch die Begehung des empfehlenswerten Geologie-Lehrpfades bei Wieslautern-Bundenthal und anschließend ein Eiskaffee mit (oder auch ohne) Kuchen in Klingenmünster.

Thomas

Herr Kuhn erklärt die Schichten
Blick ins "Loch" Melaphyr mit Mandeln
bei den Fladensteinen