Home · Verein + Bilder · Ottenhöfen 7.2017

Exkursion am 8. Juli 2017 nach Ottenhöfen

(10 Teilnehmer; Einführung durch den örtlichen Betriebsleiter Herrn Josef Schneider)

 

Geologie

Im Steinbruch der Firma Bohnert am Edelfrauengrab bei Ottenhöfen (Nordschwarzwald) werden Vulkangesteine des Oberperm gebrochen. Die massigen Vulkanite werden als Schotter und Splitt für den Bau verwendet. Des Weiteren wird er zur Herstellung von Kunststein für Pflastersteine und in der Keramischen Industrie genutzt. In der Gegend um Baden-Baden wurde der Rhyolith auch als Baustein verwendet. Der hell- bis dunkelgraue, auch rötliche bis violette Rhyolith ist ein kieselsäurereicher Vulkanit. Entlang von Bruchspalten und teilweise auch in Schloten drang die glutflüssige Schmelze zusammen mit vulkanischen Aschen empor. In der etwa 500 m mächtigen Abfolge des Rotliegenden z.B. der Baden-Badener Senke bilden die Rhyolithe ausgedehnte Decken. Überlagert werden sie von so genannten Fanglomeraten, unsortierten, kantigen Geröllen rötlicher Farbe. Diese entstanden im trocken-heißen Klima als Schlammfluten zeitweise wasserführender Flüsse.

 

Der Vulkanismus des Rotliegenden setzte z.B. in der Baden-Badener Senke im späten oberen Karbon vor etwa 295 Millionen Jahren ein und reichte bis ins Oberperm vor etwa 260 Millionen Jahren. Der Vulkanismus steht im Zusammenhang mit der Spätphase der variskischen Gebirgsbildung. Die Quarzporphyre sind häufig hydrothermal-metasomatisch verändert. Dies führte zur Verquarzung, Bleichung, Neubildung von Erzmineralien, Karbonatisierung, Phosphatisierung mit Übergängen zur Verkieselung. In den gang- und stockartigen Vorkommen sind häufig gefaltete Fließstrukturen und säulige Erstarrung zu beobachten. Lokal können die Vorkommen auch brekziiert und mit Nebengesteinen vermischt sein.

 

Minerale

Gefunden wurden kleine schwarze Turmaline (Schörl) , oft in schmalen Spalten/ engen Klüften des hellgrauen Rhyoliths. Außerdem in kleinen Drusen im oft brekziierten Ganggestein Quarzkristalle, oft als ‚Kristallrasen‘ auf Drusen-Innenwänden, teilweise gelblich/orange verfärbt. Auch cm-lange Einzelkristalle sind vorkommen. Mangandentriden waren ebenfalls häufig.

 

Thomas Bahnert

die Teilnehmer
Anmarsch
aktueller Abbau
unterer abbau
Verladung
Abbausohlen

Funde

Mangandentriden
Mangandentride, Bildbreite 6 mm
Schörl, Bildbreiten 5 mm

Bilder: Thomas, Reinhold